3. November 2011

Was zu lesen

Weil ich gerade Spaß dran habe und das heute Abend sowieso wieder vergesse:


Aber selbst das war mir nicht vergönnt. Spätestens als ich eine gewisse Person mit braunen Haaren, grünen Augen und erstaunlich leerem Kopf um die Ecke biegen sah.
Nein, dachte ich nur. Nicht Steve. Bitte, nicht Steve. Ich hatte die leise Hoffnung, dass er mich wenigstens ignorieren oder übersehen würde, aber dass er mich suchte wurde mir klar, als ich in sein Blickfeld geriet und sein Gesicht sich daraufhin aufhellte.
Das durfte doch alles nicht wahr sein.
„Vlad!“
Ich seufzte nur. Bei dem Kerl konnte ich mir das erlauben, der würde sich wahrscheinlich selbst dann noch für meinen Freund halten, wenn ich ihn umbringen würde.
Aber daran dachte ich nicht einmal. Es gab Optionen, die standen einfach außer Frage.
„Was ist und warum versuchst du gerade, meinen Feierabend zu zerstören?“
„Es ist wichtig.“
„Und weiter?“
„Sehr wichtig.“
„Und weiter?“
     „Ich habe ein Problem.“
„Hast du immer. Gibt es auch irgendetwas, das ich noch nicht weiß und das mich vielleicht und unter Umständen auch interessiert?“
Steve seufzte und beschloss dann, näher auf mich zuzukommen, um wenigstens so zu tun, als wäre es wirklich wichtig.
Egal, um was es ging, er hielt sich grundsätzlich nur an Lappalien auf, aber das konnte er bemerkenswert gut.
„Nein, dieses Mal ist es wirklich etwas Wichtiges! Und ernst.“
„Dann raus mit der Sprache und stör mich nicht weiter.“ Eigentlich hatte ich vorgehabt, mich an ihm vorbei nach draußen zu stehlen. Doch er folgte mir und würde mir so lange an den Schuhen kleben, bis er die Antwort von mir hatte, die er haben wollte.
Und die hieß leider nicht Lass mich in Ruhe. Ansonsten hätte ich ihm das schon längst gesagt.
„Warte auf mich!“
„Kannst du nicht beim Laufen reden?“
„Doch aber…“ Er seufzte und ich tat es ihm spontan gleich. Theoretisch hätte ich mich auch gleich genau vor seinen Füßen übergeben können, aber dazwischen stand mein Stolz.

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