3. Juni 2012

Eine kleine Kurzgeschichte 1/3

Oi, die Woche war nicht so schön, vom Anstrengungsfaktor. Dafür bin ich dreimal so überglücklich gewesen, dass mir egal gewesen wäre, wenn irgendwer gestorben wär. Ist zum Glück aber keiner - dummerweise war ich auch zu beschäftigt, um zu bloggen.
Dafür hab ich mich hingesetzt und hab ein bisschen was geschrieben zu den Engeln. Das musste einfach mal raus aus meinem Kopf für neue Ideen und weil ich so nett bin, stell ich das jetzt in drei Teilen online.
Ich muss dazu aber wahrscheinlich iemlich viel erklären, weil hier wohl niemandem alle HIntergrundinformationen bekannt sind, sodass er die Szenen wirklich einordnen kann. Macht aber nichts, dafür bin ich ja da.

Also. Der erste erfordert eigentlich gar nicht viel Hintergrundwissen, bis auf die Tatsache, dass die Szene noch vor jeder plotrelevanten Handlung steht und dass die fünf Seraphim im Mittelpunkt stehen. Das wären Metatron, Sandalphon, Satan, Seraphiel und Michael - bevor er sich entschied, zum Erzengel zu werden. Und ja, Satan war tatsächlich ein Seraph, ich habe recherchiert.
Wenn Fragen sind, bitte stellen, ansonsten geht es jetzt los!
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Es kam bei weitem nicht oft vor, dass sie alle fünf einfach nur beisammensaßen und redeten. Meistens fehlte irgendjemand - und bei einem blieb es nicht einmal - oder Satan und Michael hatten sich wieder in die Haare gekriegt.
Dabei waren Momente wie dieser wohl mehr als nur essentiell, damit sie nicht irgendwann vereinsamten und wahnsinnig wurden. Bis auf Metatron sah niemand regelmäßig einen der anderen Engel und selbst er nur selten. Davon abgesehen hatten aber alle vor den Seraphim so einen großen Respekt, dass man kaum noch von Nähe sprechen konnte. Für die meisten waren sie sowieso nur geringfügig mehr als ein Gerücht.
Sie hatten alle niemanden, dem sie sich anvertrauen konnten - auch Metatron und Sandalphon nicht, denn die Beiden standen sich so nahe, dass sie im Grunde genommen ein und dieselbe Person waren - außer eben zu solchen Zeitpunkten. Untereinander hörten sie sich zu, auch wenn es meistens nicht so aussah und sie diemeisten Zeit über möglichst sinnlose Dinge redeten.
Das es trotzdem half, war nicht zu bestreiten. Michael und Satan verstanden sich selten so gut, wahrscheinlich hatte selbst Metatron seinen Bruder sonst nie lachen sehen, und er... er selbst konnte wenigstens für einen Moment vergessen, wie die Situation wirklich aussah. Nämlich deutlich angespannter und teilweise mehr als nur nahe dran zu eskalieren. Sie waren allesamt einfach zu mächtig und sich dessen zu bewusst, als dass eine einfache Auseinandersetzung wirklich friedlich verlaufen könnte.
Und erst recht nicht bei ihrem Temperament, das sie alle auf irgendeine Art und Weise an den Tag legten.
Er lächelte. Zumindest um Streit musste er sich jetzt keine Gedanken machen.
"Seraphiel?"
"Hm?" Er sah auf und hatte nicht einmal mitbekommen, wer ihn genau angesprochen hatte.
"Was ist los mit dir?" Er was Satan gewesen - und das bedeutete, dass er wirklich schrecklich ausgesehen haben musste.
"Ich war nur..."
"Ganz woanders, das hab ich gesehen. Aber du siehst aus, als hättest du drei Tage nicht geschlafen."
Die Realität holte ihn wieder ein und fiel ihm in den Rücken. Wie hatte er auch glauben können, seine Sorgen vergessen zu können, wo sie doch genau diejenigen betrafen, die hier bei ihm saßen?
Es war hoffnungslos gewesen.
"Wegen was machst du dir Sorgen?", fragte Sandalphon nach einem Moment des Schweigens, sprach wohl das aus, was alle anderen denken mussten.. Sein Blick war ernst, eine einzigartige Mischung aus Kälte und Wärme, Härte und Güte, als könnte das eine nicht ohne das andere.
"Ich..." Er zögerte. War es richtig, es ihnen zu sagen? Und wenn, er würde es wohl nicht übers Herz bringen.
Aber die anderen warteten geduldig, machten nicht den geringsten Eindruck, als wüssten sie bereits, worum es ging. Als hätten sie nicht einmal eine Ahnung.
Und sie haben es doch, dachte er. Wenn ich sie einmal darauf bringe...
"Ich habe die Befürchtung, dass wir uns irgendwann... nicht mehr so gut verstehen werden wie jetzt und..." Er brach ab. Sie hatten sowieso schon verstanden.
"Das wird nicht passieren", erklärte Michael und klang dabei so überzeugt, dass er es fast schon glauben wollte. Aber Sandalphons Blick veränderte sich, wurde nachdenklich. Und Satan wurde noch direkter.
"Das sagt der Richtige", meinte er. "Versprich nichts, was du nicht halten kannst."
"Du..." Michael stand auf - dann realisierte er, was er gerade tat und setzte sich wieder. Satan und Sandalphon schauten sich an, lächelten und sahen so aus, als hätten sie schon wieder vergessen, worum es ging.
Metatron hingegen schwieg. Aber auf seinem Gesicht stand mehr geschrieben, als er jemals hätte sagen können.

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