10. März 2011

Konkurrenz!

Das Lied hat eindeutig Startschwierigkeiten. Erst klappt es mit dem Plot nicht so recht, dann geht alles viel zu schnell, dann wollen die Charakter nicht so recht... Das war bisher. Jetzt sind zwei entscheidende Dinge hinzugekommen. Erstens habe ich die fünf säuberlich und sehr, sehr eng beschriebenen Zettel, auf denen der Plot steht, entweder verlegt oder gleich ausversehen weggeschmissen.
Ja, richtig. Ich habe meinen Plot ausversehen weggeschmissen.
Wie
doof
kann
man
sein?
*heul* Hoffentlich krieg ich das wieder hin, hoffentlich sind die Zettel noch da, hoffentlich hab ich alles richtig in Erinnerung...

Wenn das nicht das einzige wäre, was Anlass dazu gäbe, sich zu beschweren. Mittlerweile wünsche ich mir übrigens fast schon, ich hätte Albtraum nie geschrieben. Das heißt, ich bin froh, dass ich es getan habe, nur habe ich jetzt ein kleines Problem. Und zwar lässt mich diese Geschichte nicht in Ruhe. Meine Charakter kommen mich besuchen und scheinen mich immer noch zu fragen: "Wie, das wars?" Ja, das wars, Freunde. Ich habe nunmal nur eineinhalb Monate am Buch geschrieben und habe dabei sogar mehr als nur reinen Mist produziert, aber...
Mir scheint, ich habe mich zu kurz damit beschäftigt.
Jetzt ist es nur blöd, dass ich mich eigentlich auf das Lied konzentrieren möchte, weil ich das auch momentan schreibe. Mit mehr oder weniger ohne Plot, aber das ist auch egal. Ich kann auch ohne. Irgendwie passt das schon.
Nur funkt mir ständig was dazwischen. Und das nervt. Gewaltig. Genau wie die Göttermörder, die jetzt unbedingt geplottet werden wollen. Jetzt. Unbedingt. Man glaubt ja gar nicht, wie penetrant so Charakter (die es ja noch nicht einmal gibt!) sein können, wenn sie was wollen.
Wahrlich, so ist das. Das sind bei weitem die ungünstigsten Umstände, unter denen ich je ein Buch angefangen habe. Das heißt, dass es nur besser werden kann, das heißt aber auch, dass es jetzt doof ist. Und ich jetzt nicht schreiben kann, im Sinne von: da stört was.

Nun ja. Es kann nur besser werden. Spätestens, wenn ich meinen Plot vielleicht wiederfinde, weil mich das wirklich runtergezogen hat. Oder wenn irgendetwas anderes passiert, das mich in schreiberischen Dingen richtig antreibt. Irgendetwas...

Und um diesen Post noch ein bisschen länger zu machen, hänge ich noch eine kleine Leseprobe an. Ich habe ja versprochen, dass ich das häufiger mal machen.


„Kennst du ihn?“, fragte Siliel gerade als er wieder zuhörte.
„Nein.“ Even hatte sich angewöhnt, diese Frage grundsätzlich zu verneinen, egal ob er die betreffende Person kannte oder nicht. Und in dem Fall war es auch egal, ob er zugehört hatte.
„Wirklich?“
Er nickte. „Glaubst du, ich lüge?“ Wenn ja, dann wäre das aus einer Vielzahl von Gründen schlecht.
Daraufhin sah Siliel ihn an, ihm eine ganze Weile in die Augen und dann direkt an ihm vorbei. „Du willst mich also nicht zum Narren halten.“ Es war mehr Frage als Feststellung.
Wie konnte man nur so misstrauisch sein? „Nein, das will ich nicht, Siliel.“ Eine Weile schwiegen sie. „Wenn du diesen Kerl…“
„Emon.“
„…doch getroffen hast, wo ist er denn jetzt?“
Siliel seufzte. Es war das erste Mal, dass sie etwas tat, was Even für normal empfand.
„Das wüsste ich auch sehr gerne“, sagte sie dann, als würde sie sich dafür schämen. „Er war auf einmal weg, nachdem ich einmal nicht hingesehen habe. Einmal, verdammt!“ Sie schüttelte den Kopf, halb ungläubig und halb resignierend. „Warum erzähle ich das eigentlich jemanden, der mich noch nicht einmal kennt? Schlimm genug, dass Emon den Brief schon gelesen hat…“
„Vielleicht erzählst du es mir, weil ich dir helfen kann? Immerhin habe ich bisher noch jeden gefunden.“
„Ist das dein Beruf oder warum kannst du damit so angeben?“
Even lachte und wollte ihr antworten, dass er eigentlich ein Auftragsmörder war, aber da würde sie nur wieder glauben, dass er ihr in den Rücken fallen und sie kaltblütig umbringen würde.
Wie kam sie bloß auf solche Ideen? So etwas machte man doch nicht am helllichten Tage… 
„Hör zu“, sagte Even. „Wir werden jetzt deinen Emon finden, dann verschwinde ich und…“
„Nein“, unterbrach sie ihn.
„Was – nein?“ 
„Ich vertrau dem Kerl noch weniger als dir."

Kommentare:

  1. Warum möchtest Du denn unbedingt das Lied schreiben, wenn andere Geschichten sich Dir gerade aufdrängen? Warum dann nicht die Göttermörder plotten oder sich wieder mit dem Alptraum beschäftigen? Und dann ohne Aufzeichnungen ... Klingt ein bisschen danach, sich selbst das Leben schwer zu machen ;-)

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  2. Das Leben mach ich mir gerne schwer. Mehr oder weniger freiwillig, heißt das...

    Es ist ja nicht so, dass ich das Lied nicht gerne schreibe. Plotten tu ich mittlerweile auch, aber mit Albtraum kann ich mich gerade nicht beschäftigen. Das wäre zu viel. Aber ich denke, ich werde das Ganze in den Ferien überarbeiten. :)

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  3. Klingt gut. Manchmal bin ich froh, dass ich nur ein Projekt im Kopf habe derzeit. Nur scheint sich das gerade etwas zu ändern. Dann geht das Multitasking wieder los ...
    Ich hoffe, das Leben wird bald wieder einfacher :-)

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