15. Mai 2012

Engel - heute ohne Teufel

oder auch: Die Leiden des (nicht mehr ganz so) jungen Metatron

Kann sein, dass ih ein enig in diesem Post übertreibe, aber eil ich den kerl so lieb habe, finde ich, dass er Aufmerksamkeit verdient und die möchte ich ihm jetzt verschaffen.
Danach kommt er übrigens wohl so schnell nicht mehr wieder, denn wenn ich den Plot fertig habe(n sollte, irgendwann mal), dann lass ich die Engel links liegen. Und im Buch kommt er ja auch relativ weit hinten vor, aber ich schweife ab, merke ich gerade.

Meta (Alles, dessen Name mindestens drei Silben hat, wird abgekürzt) hat es echt nicht einfach, das muss man ihm lassen. Bei seinem ersten - und vorerst letzten - Auftritt wird es als der Böse dargestellt, als derjenige, der Luzi verraten hat und der ihn auch gleich wieder aus dem Himmel schmeißt, als er sich da einschleicht.
Gut, es ist insofern fragwürdig, inwiefern man von dem Bösen sprechen kann, wenn das Ganze selbst aus der Perspektive des Teufels geschildert wird, aber gut. Lassen wir das mal dahingestellt.
Es ändert ja nichts an der Tatsache, dass wir zu dem Zeitpunkt zwei Perspektiven haben, die sich entweder komplett gegen den Himmel oder grundsätzlich erstmal gegen beide Parteien gestellt haben. Da Gott in dem Buch nicht direkt auftaucht und Meta sein Botschafter ist und außerdem der mächtigste Engel des Himmels, richtet sich der Hass natürlich erstmal gegen ihn.
Aber mal das so am Rande.
Ich habe festgestellt, dass ich drei bis vier Opfer in der Geschichte habe. Drei davon sind Hauptcharakter, der vierte ist, wie könnte es auch anders sein, Meta und gehört eigentlich noch mit zur Gruppe der Hauptcharakter, auch wenn er dafür eigentlich entschieden zu wenig vorkommt.
Jedenfalls wären das Chris, der an und für sich kein Opfer wäre, wenn der Zauber vernünftig gesetzt worden wäre und der hinterher zum Täter wird, als er meint, sich an Luzi rächen zu müssen - dass ich das als Täter verstehe mag komisch klingen, da das Ganze eigentlich wie ein Himmelfahrtskommando aussieht -, dann hätten wir natürlich Dori, der unter dem schlechten Stern wandelt, der ihm alles nimmt, was er hat und das logischerweise irgendwann nicht mehr hinnehmen will. Heißt, dass er auch zum Täter wird, aus definitiv verständlichen Gründen, aber was er dann abzieht, kann ich beim besten Willen nicht verstehen, weil das purer Wahnsinn ist. Dummerweise kommt er damit durch (Und sinkt in meiner Beliebtheitsskala ziemlich weit nach unten).
Als Dritten hätten wir Luzi. Der wird bis auf die letzten drei Kapitel - schätzungsweise - und ein paar Anklänge vorher ausnahmslos als Täter dargestellt, der im Grunde genommen seinen Höllensturz rächen will, indem er den ganzen Himmel plattmacht. Dummerweise stellt sich hinterher heraus, dass sein Hass dann doch durchaus berechtigt ist und er sich - von seinem Kenntnisstand aus - sehr wohl und mit bestem Gewissen verraten fühlen darf. Was da genau passiert ist, müsste ich hier irgendwann mal geschrieben haben.
Vor grauer Vorzeit.
Wenn ihr Dinosauriereier findet, wundert euch nicht.
Ähm, ja.
Kommen wir zu Meta. Und ich finde, wenn ich nur ein Opfer im ganzen Buch haben dürfte, dann wäre er das, auch wenn die ganze Tragweite wohl am wenigsten herauskommen wird. Letztendlich doch nur ein Nebencharakter, aber ein sehr, sehr wichtiger, so wird das Urteil am Ende lauten... Egal.
Fassen wir zusammen, was er alles hat durchmachen müssen:
Da wäre zuallererst, dass er der einzige ist, der Luzi, ehemals Sandalphon, wirklich im Griff hat und deswegen auch von Anfang an derjenige gewesen ist, der ihm seine Flügel geklaut hat,und so weiter. Außerdem wird er schon deswegen als Verräter gesehen, weil Luzi glaubt, er sei es gewesen, der Gott verraten hat, dass er irgendwie doch darauf sinnt, so zu sein wie er. Dass der aber von ganz alleine darauf gekommen ist, weiß nur Meta und verschweigt es ihm zuerst, weil er glaubt, dass es besser ist, wenn sein Bruder sich gegen ihn und nicht gegen Gott selbst stellt (Immerhin besteht so noch die Chance, dass er seine Rache kriegt - und Gott ihn nicht einfach mit dem kleinen Finger umhaut, wenn es hart auf hart kommt), und danach kriegt er keine Gelegenheit mehr, ihm das zu sagen.
Dann hat er das Pech, gleich zweimal den entscheidenden Befehl zu geben, ihn wieder aus dem Himmel zu schmeißen. Sprich: An allem Unglück, wenn man das so nennen darf, was Luzi in Kombination mit dem Himmel widerfährt, ist Meta irgendwie beteiligt, ob direkt, indirekt oder eigentlich gar nicht, wo es aber so aussieht als ob. Das macht er aber ausschließlich nur, weil er es muss - oder zumindest glaubt, es zu müssen. Er könnte sich gegen Gott stellen, das ist kein Problem, denn die Willensfreiheit haben die Engel alle, nur würde es das wahrscheinlich auch nicht besser machen, im Gegenteil.
Na ja und als letztes... Aufgrund bestimmter Bedingungen, die ich hier nicht auch noch ausführen will, weil das zu lange dauert, ist es am Ende so, dass Luzi zwingend sterben muss, damit Himmel und Hölle wieder aufhören dürfen, sich zu kloppen. Vorher ist Dori der störende Faktor im System, aber ab einer bestimmten Stelle kippt das und Luzi steht auf einmal alleine da.
Meta hat von Anfang an eine Ahnung, dass es so kommt, will aber partout nicht mal einsehen, dass die Möglichkeit besteht. Irgendwann traut er sich dann aber doch mal, beim Schöpfer nachzufragen und bekommt obige, vollkommen lückenlos begründete Antwort geliefert. Dummerweise muss er gerade auf Luzi aufpassen, weiß gleichzeitig aber auch, dass Dori nicht mehr ganz so lange warten wird und er seinen Bruder nicht schützen kann, weil Dori nicht alleine kommt.
Um das Ganze jetzt nochmal zusammenzufassen, weil ich gleich selber nicht mehr ganz durchblicke:
Meta weiß, dass Luzi sterben wird, kann es ihm aber weder sagen (Weil das ausnahmslos jeden ziemlich demotivieren würde und bis zum Schluss behält er die irrwitzige Hoffnung, Gott könnte Unrecht gehabt haben) noch verhindern, weil es früher oder später eh so kommt.
Das tut weh, das würde jedem wehtun, garantiert. Und momentan sieht es so aus, als wäre Meta zumindest am Schluss der am meisten mitgenommene Charakter der Geschichte. Und der einzige, der vier hier Aufgezählten, der trotz allem nicht zum Täter wird.
Heißt jetzt nicht, dass er das einfach so wegsteckt, selbst an ihm, dem psychischen Crashtestdummy, geht das nicht spurlos vorbei. Am Ende wird er wahrscheinlich verzweifeln und zugrunde gehen.

Die Beiden, Meta und Luzi, sind trotz allem dann doch irgendwie untrennbar verbunden. Und wenn die eine Hälfte fehlt, dann... na ja, dann fehlt sie eben. Eine Lücke, die nicht mehr zu füllen ist. Und letztendlich scheitert Luzis Rache genau daran - er schafft es nicht, seinen Bruder zu töten.

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